Eine erneuerungsbedürftige Fassade mit unmaßstäblichen Fenstern und Türen, eine unzeitgemäße Ausstattung sowie ein düsteres Erscheinungsbild prägten das Gebäude vor der Sanierung
 

RUNGESTRASSE 39–45

Das Gebäude Rungestraße 39–45 gehörte zu der ehemaligen "Chemischen Produkten-Fabrik" Oranienburg und entstand im Jahr 1824. Es beherbergte zunächst die frühere Palmwachsfabrik. 1945 wurde die chemische Fabrik verstaatlicht und die Produktion zunächst weitergeführt, jedoch in den 1970er Jahren eingestellt.
 
Nachdem das Gebäude nicht mehr zu Produktionszwecken benötigt wurde, erfolgte der Einbau von Wohnungen. Dazu wurden die alten Fensteröffnungen teilweise geschlossen bzw. verkleinert und Zwischenwände eingefügt, so dass ein "Reihenhauscharakter" entstand. Die umgangssprachliche Bezeichnung "Schnitterkaserne" ließ auf einen sehr einfachen Wohnstandard schließen.
 
Im Dezember 1999 wurde die Gebäudezeile Rungestraße 39–45 wegen ihrer wirtschaftlichen, bauhistorischen, städtebaulichen und kulturhistorischen Bedeutung gemeinsam mit den Gebäuden Rungestraße 31 und 33 in das Verzeichnis der Denkmale des Landkreises Oberhavel aufgenommen.
 
Das Gebäude befindet sich heute im Eigentum der Wohnungsbaugesellschaft mbH Oranienburg, die es 2006/2007 umfassend instand setzte und modernisierte. Da die Wohnnutzung beibehalten werden sollte, erfolgte kein Rückbau der Öffnungen und Einbauten, stattdessen aber in Übereinstimmung mit den denkmalpflegerischen Zielsetzungen ein Ausbau auf einen zeitgemäßen Standard.
 
Die Modernisierung und Instandsetzung der Gebäudehülle wurde mit Städtebauförderungsmitteln in Höhe von rd. 124.000 Euro bezuschusst.
 

Seit der Sanierung (2007) ist die ehemalige Fabrik ein attraktives, freundliches Wohnhaus