Der Fassadenzustand lässt die Qualitäten des Gebäudes nur erahnen
 

BERNAUER STRASSE 56

Das seit dem 15. Dezember 1998 denkmalgeschützte Gebäude Bernauer Straße 56 wurde 1908/1909 durch den Oranienburger Zimmermeister und Stadtrat Georg Uhr als Mietshaus errichtet und befand sich bis Mitte der 1970er Jahre in Familienbesitz. Die letzte Eigentümerin Grossmann verzichtete 1975 wegen Überschuldung auf Ihren Besitz und übertrug das Grundstück rechtskräftig in das Volkseigentum der damaligen DDR, die es durch die Kommunale Wohnungsverwaltung bewirtschaften ließ. Ein in der Nachwendezeit gestellter Rückübertragungsanspruch wurde daher im Jahr 2000 zugunsten der Wohnungsbaugesellschaft mbH Oranienburg entschieden.
 
Davon unberührt blieb das Areal der auf dem Hof errichteten Holzverarbeitungsfabrik, das 1941 an die "Märkische Metallbau GmbH" übertragen worden war.
 
Das durch seinen Dachausbau viergeschossig wirkende, tatsächlich aber nur dreigeschossige Gebäude gehört zu den repräsentativsten Zeugnissen einer Phase der Stadtentwicklung, in der sich die Bernauer Straße im Bereich zwischen Bahn- und Schlossbrücke als Hauptgeschäftszentrum der Stadt Oranienburg etablieren konnte. Aufgrund seiner stattlichen Größe, seiner abwechslungsreichen Fassade und vor allem wegen seines Fachwerk-Zwerchhauses stellt das Gebäude nicht nur einen wichtigen Blickpunkt in der Bernauer Straße dar, es besitzt wegen seiner weitgehend original erhaltenen Fassade auch besondere stadtgeschichtliche, baugeschichtliche und städtebauliche Bedeutung.
 
Das Gebäude wurde in den Jahren 2003/2004 nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten umfassend modernisiert und instand gesetzt und enthält heute Wohnungen und Praxen.
 
Die Sanierung des Gebäudes wurde mit rd. 98.000 Euro aus Städtebauförderungsmitteln bezuschusst.
 

Die sanierte Fassade mit sorgfältig gestalteten Details