Das Eckgebäude im Jahr 1998 – ein wenig attraktiver Auftakt zum näheren Umfeld des Schlosses
 

BERLINER STRASSE 28

Erste Bauunterlagen zum Grundstück Berliner Straße 28 datieren aus dem Jahr 1873, damals trug es die Hausnummer Berliner Straße 21. Das ursprünglich ca. 45 m lange und parallel zur Berliner Straße liegende Grundstück war zu dieser Zeit bereits mit einem zweigeschossigen Wohnhaus bebaut. Die Grundstücksecke war zunächst frei geblieben und wurde als Garten genutzt, an den der damals noch Wasser führende Stadtgraben anschloss. Erst 1879 bebaute der damalige Eigentümer Katschinski die Grundstücksecke mit einem Wohn- und Geschäftshaus, an das 1902 der spätere Eigentümer Malermeister Carl Stöpel hofseitig ein geändertes Treppenhaus anbauen ließ. Seine heutige Gestalt erhielt das Gebäude 1937 im Eigentum des Elektromeisters Alfred Linke, der im Erdgeschoss einen Laden mit großen Schaufenstern einbauen ließ.
 
Das auf dem Grundstück noch vorhandene alte Wohngebäude wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben stark beschädigt, aber 1946 repariert. Erst 1988 wurde es im Zusammenhang mit den Maßnahmen des komplexen Wohnungsbaues als nicht mehr sanierungsfähig eingeschätzt und abgerissen.
 
Das Gesamtgrundstück wurde bis zur Wende durch die Kommunale Wohnungsverwaltung bewirtschaftet und 1993 privatisiert. Die jetzigen Eigentümer haben das verbliebene Gebäude 1997/1998 umfassend modernisiert und instand gesetzt. Die Gesamtsanierungskosten wurden in Höhe von rd. 146.000 Euro aus Städtebauförderungsmitteln bezuschusst. Heute wird das Gebäude wieder als Wohn- und Geschäftshaus genutzt und fasst die städtebaulich wichtige Quartiersecke in einer hohen gestalterischen Qualität.
 

Das sanierte Haus mit freundlicher Fassade